Übersetzer und Dolmetscher in Zeiten von Covid-19

In Zeiten der Krise zeigt sich die Bedeutung unseres Berufsstandes mit einer noch größeren Deutlichkeit als sonst.

Gerade jetzt ist es wichtig, dass sämtliche relevanten Informationen klar und verständlich für alle aufbereitet sind.

Da geht es um die Verdolmetschung von öffentlichen Ankündigungen, um die Bereitstellung von Verhaltensregeln in mehreren Sprachen oder auch um die Übersetzung von Forschungsergebnissen. Wie wichtig es ist, dass diese Informationen alle Bevölkerungsschichten erreichen, liegt auf der Hand. Die Übersetzung in die jeweiligen Muttersprachen ist der Schlüssel dazu. Dabei sind aber nicht nur Übersetzer und Dolmetscher gefragt, die ins Englische oder in viele anderen Sprachen übersetzen, sondern auch Gebärden- und Schriftdolmetscher.

Die beiden letzteren leisten einen wesentlichen Beitrag zu einem barrierefreien Zugang zu Informationen und zur Inklusion. Dass diese Berufsgruppen gerade jetzt nicht von den Unterstützungsleistungen der österreichischen Bundesregierung ausgeschlossen werden, war ein wichtiges Anliegen anlässlich von 2 Initiativen, die jedes Jahr Ende September gefeiert werden: der Europäische Tag der Sprachen am 26. September und der Internationale Tag des Übersetzens am 30. September. Aufgrund der aktuellen Situation mussten die geplanten Veranstaltungen aber leider abgesagt, verschoben oder ins Netz verlegt werden. Die translatorischen Berufsverbände haben sich auf der Plattform www.translationsplattform.at zusammengeschlossen, um auch sich aufmerksam zu machen. Die Absage von Kongressen und Konferenzen trifft die Konferenzdolmetscher hart, die Verschiebung von Gerichtsterminen wirkt sich auf die Auslastung der Gerichtsdolmetscher aus und die verminderte und unsichere Auftragslage der Firmen, ganz zu schweigen von noch bevorstehenden Firmenpleiten, bescheren auch den Übersetzern ein dickes Umsatzminus.

Der Europäische Tag der Sprachen geht zurück auf eine Initiative des Europarats im Jahr 2001! Das Ziel dieses Projekts ist es, die sprachliche Vielfalt Europas herauszustreichen und auf die Notwendigkeit hinzuweisen, sich mit Sprache, seiner eigenen und auch fremden, auseinanderzusetzen. Es soll ein Anreiz sein, neue Sprachen lernen, egal wie jung oder alt man ist!

Der Internationalen Tag des Übersetzens ist von der UNO anerkannt, die in einer Resolution folgendes festhält: Professionelle Übersetzungs- und Dolmetschdienste sind im internationalen öffentlichen Diskurs und in der zwischenmenschlichen Kommunikation unverzichtbar. Sie ermöglichen Klarheit, Barrierefreiheit, Inklusion, ein positives Klima und Produktivität. Im kulturellen Bereich eröffnen sie den Zugang zu anderen Denk- und Gestaltungswelten und tragen wesentlich zum Austausch und zu einer vielfältigen Kulturlandschaft in Literatur, Theater, Film und darüber hinaus bei.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!